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Geschichte

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«Menschen und Dinge sind erst auf dem Umweg über die Vergangenheit recht zu erfassen». 

Das Gemeindegebiet von Rapperswil weist Spuren einer frühen Besiedlung auf. Die beiden künstlich aufgeschütteten Erdwerke, die sogenannte Burg am Hohschwerzibach und dasjenige im Zambergwald bei Moosaffoltern, lassen sich urgeschichtlich noch nicht genau einstufen. Hingegen sind aus der Römerzeit im Raume des Kirchhügels und des Eierhubels mehrere Funde nachgewiesen: So der noch heute hinter dem alten Pfarrhaus vorhandene Votivstein (Gelübdestein), der dem römischen Handelsgott Merkur gewidmet ist, das mit dem Zeichen der XI. Legion versehene Ziegelfragment (1. Jahrhundert n. Chr.), zahlreiche Leistenziegelfunde bei der Kirche und die 1852 im Unteren Leenwald bei Moosaffoltern ausgegrabenen Grundmauern eines römischen Wehrbaus. 

Aus der älteren Eisenzeit und vor der Epoche der Völkerwanderung stammen die Hügelgräber, die 1907-09 bei Bittwil geöffnet wurden und aufschlussreiche Grabbeigaben enthielten.
 Die für Rapperswil typischen Siedlungsnamen mit der Endung -wil werden einer späteren alemannischen Landnahmephase im 8., 9. oder 10. Jahrhundert zugeordnet. Urkundlich erstmals erwähnt werden die Dörfer und Weiler unserer Gemeinde zwischen 1241 und 1276 (Raverswiler, Wielartiswilare, Cilmarsperch, Fraunkwil/Frauchwile, Dieterswiler, Bittenvvile/Bitwile, Affoltre, Zewile/Sewile, Vogelsanch). Die Flurpläne des 18. Jahrhunderts zeigen, dass die meisten Dörfer, welche rund um Rapperswil als Rodungssiedlungen entstanden, damals noch fast ganz von Wald umschlossen waren, so wie es der Weiler Vogelsang heute noch ist. Allein zwischen 1812 und 1834 wurden in der Gemeinde Rapperswil im Zusammenhang mit der Abkehr von der Dreizelgenwirtschaft 114 ha Wald gerodet. 

Rittergut
Klosterbesitz
Freigericht
Einwohnergemeinde

Im 13. Jahrhundert waren die Grafen von Kyburg, wohl als zähringische Erben, Grundherren eines Teils der Gemeinde. 1263 wurden ihre Güter und Rechte zu Rapperswil, Dieterswil, Bittwil, Moosaffoltern und der Kirchensatz von Rapperswil dem Zisterzienserkloster Frienisberg verkauft. Auch das Johanniterkloster in Münchenbuchsee und das Zisterzienserinnenkloster Fraubrunnen besassen hier im Spätmittelalter grundherrliche Rechte. Nach der Reformation kamen Kirchengüter und Kirchensatz an Bern. Im alten Pfarrhaus befand sich eine Freistätte, deren Grenzsteine 1954 unter Schutz gestellt wurden.

1241
wurde Rapperswil erstmals urkundlich als Raverswil erwähnt, was auf den Personennamen Ratfrid schliessen lässt, oder auf Ratbrecht (Niederlassung des Ratbrecht) hindeutet.

Im Lauf der Jahrhunderte änderte sich der Name über Raphirswilere (1246), Rapherswilen (1257), Rapfirswile (1260), Raferswiler (1262), Rapherzwile (1342), Rappferswyll (1555), Rapperswyll (1560), Rapperswyl (1653) zu Rapperswil (1861). 1780 tauchte das Gemeindewappen in der heutigen Form auf. Die Gemeindeversammlung legte 1943 fest, dass die untere Hälfte des Wappens rot anstatt schwarz sein soll.

1505
wurde Rapperswil zu einem Freigericht erklärt, aus dem im Laufe der Jahrhunderte das heutige Gemeinwesen herauswuchs.

1528
Am 7. Februar 1528 wurde durch das Reformationsmandat die geistliche Herrschaft der Bischöfe aberkannt. Sämtliche Klöster und Stifte wurden formell aufgehoben. In kirchlicher Beziehung gehörte Rapperswil nach der Reformation zum Dekanat Büren. Erst das Kirchengesetz von 1894 hat die Gemeinden selbständig gemacht.

1615
wurde die erste Dorfschule gegründet.

1798
Bis 1798 gehörte das Gemeindegebiet von Rapperswil zu fünf verschiedenen Ämtern, nämlich zu den Landvogteien Frienisberg, Buchsee und Fraubrunnen sowie zum Bezirk des Freiweibels und zum Stiftamt Bern.

1798-1803
war Rapperswil dem Distrikt «Landgericht Zollikofen» zugeteilt.

1803
erfolgte die Zuteilung zum Amtsbezirk Aarberg.

1849-1852
wurde die Strasse Schönbrunnen-Büren gebaut.

1903
eröffnete Rapperswil eine Sekundarschule.

1922
löste das Postauto die fünfplätzige Postkutsche nach Rapperswil ab.

1969
wurde die Einwohnergemeinde zentralisiert.


Güterzusammenlegungen

1953 -1963
Zimlisberg, Bittwil-Vogelsang

1957-1967
Dieterswil, Seewil

1971-1980
Moosaffoltern (mit Deisswil-Wiggiswil)

1971-1985
Rapperswil, Wierezwil, Frauchwil

01.01.2013
Fusion der Gemeinden Rapperswil BE und Ruppoldsried

01.01.2016
Fusion der Gemeinden Rapperswil BE und Bangerten.

Votivstein